Eisenmangel mit und ohne Anämie

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An der 5. Iron Academy (2012) «Eisenmangel erkennen und richtig behandeln» standen Praxisaspekte des Eisenmangels im Vordergrund. Schwerpunktthemen waren Eisenstatus bei prämenopausalen Frauen, dann die Anämie bei älteren Personen sowie insbesondere bei jenen mit bevorstehenden grossen orthopädischen Eingriffen. Vertiefende Workshops und eine Podiumsdiskussion zur Eisentherapie in der Allgemeinpraxis rundeten das anspruchsvolle Programm ab.

Als erfahrener Gynäkologe berichtete Professor Dr. Christian Breymann, Gynäkologie & Geburtshilfe Seefeld, Zürich, über die unzu- reichende Eisenversorgung von jüngeren prämenopausalen Frauen. Er verwies auf ein Zusammenspiel ungünstiger Faktoren, die rasch in eine negative Eisenbilanz münden können. Dabei spielen Ernährungs- zustand, Lifestyle und medizinische Situation eine entscheidende Rolle. Wenn eine geringe Eisenzufuhr mit hohem Bedarf, mit erhöhten Eisenverlusten (z.B. Menstruation) oder Malabsorption vergesellschaftet ist, muss mit klinischen Manifestationen des Eisendefizits gerechnet werden.

Eisenmangel mit und ohne Anämie

Frauen im gebärfähigen Alter repräsentieren die wichtigste Risi- kogruppe für einen Eisenmangel. Während beim Eisenmangel mit Anämie alle therapeutischen Regis- ter gezogen werden, hat man die Auswirkungen des Eisenmangels ohne Anämie (IDWA) lange unterschätzt. Ein Eisenwert im Normbereich ist jedoch kein Garant für Gesundheit, Wohlbefinden und Belastbarkeit. Interventionsstudien haben gezeigt, dass die Fatigue neben anderen Begleitsymptomen des IDWA – gut auf eine Eisensubstitution anspricht.

Datenlage: Eisen i.v. bei IDWA

Der Referent verwies auf die pla- cebokontrollierte FERRIM-Studie mit Eisensaccharat (Venofer®), die zeigen konnte, dass bei Frauen mit IDWA und einem Ferritin- wert < 50 ng/ml eine signifikante Verbesserung der Fatigue zu beobachten war: Nach 12 Wochen hatte sich die Fatigue bei 63 % vs. 34 % (unter Placebo) signifikant gebessert (p=0,006).

Dieser Pilotuntersuchung folgte die PREFER-Studie mit Eisencarboxymaltose i.v. (Ferinject®)*, die jetzt im Rahmen des Jahreskongresses 2012 der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) vorgestellt wurde. In dieser Studie wurde die Wirksamkeit und Sicherheit einer Einmalgabe von 1000 mg Eisencar- boxymaltose im Vergleich zu Placebo bei 290 prämenopausalen Frauen mit Fatigue-Symptomen, die zwar eisendefizient, aber nicht anämisch waren, geprüft. Der primäre Endpunkt, die Verbesserung der Fatigue, ist erreicht worden.

Anämie im Alter ist nicht normal

Eine Anämie bei älteren Men- schen sollte man genauso abklären wie bei jüngeren – und nicht als normale Alterserscheinung baga- tellisieren. Dr. Daniel Weyermann, Leitender Arzt, Tilia Pflegezentrum, Ittigen, lieferte zahlreiche Argumente, weshalb man die Anämie im Alter nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Ab einem Alter von 65 Jahren ver- doppelt sich die Anämierate etwa alle 10 Jahre. Von den über 85-Jährigen weist knapp ein Drittel eine Anämie auf. Die häufigsten Ursachen:

35 % Begleitanämie,
15 % Eisenmangel,
10 % Anämie nach Blutverlust
10 % Vitamin B12- und Folsäuremangel

Ältere Patienten mit Anämie weisen eine höhere Hospitalisationsrate auf und sind fast doppelt so viele Tage im Spital wie Patienten ohne Anämie; ausserdem ist die Mortalität bei Anämie höher (37 % vs. 22,1 %).3 Das erhöhte Mortalitätsrisiko zeigt sich speziell bei anämischen Patienten mit akutem Herzinfarkt, mit Herzinsuffizienz, chronischer Niereninsuffizienz und Tumorleiden.

Folgen der Anämie im Alter

Anämische Senioren haben zudem mehr Probleme im Alltag:

Wiederholte Stürze sind fast doppelt so häufig zu verzeichnen wie bei nicht anämischen Kontrollen, sie sind in ihren exekutiven Funktionen verlangsamt und man muss mit einem höheren Demenzrisiko rechnen (HR 1,6).

Bei der Therapie der Anämie im Alter muss man primär nach behan- delbaren Ursachen suchen. Und Bausteine der Hämatopoese (Eisen, Vitamin B12 und Folsäure) müssen bereitgestellt werden, sagte Dr. Weyermann. Eine orale Substitution von Eisen kann versucht werden; sie scheitert jedoch nicht selten an gastrointestinalen Nebenwirkungen und Resorptionsproblemen. Dann bietet sich die i.v.-Gabe als bewährte Option an.

Evidenz: Symptome bei Eisenmangel

Prof. Breymann erwähnte eine Reihe von Symptomen, die mit einem Eisenmangel assoziiert sein können:

Fatigue
reduzierte Lernfähigkeit
verminderte Leistungsfähigkeit
Verhaltensstörungen
Depressionen
gestörte Thermoregulation
Haarausfall
Schlafstörungen
beeinträchtigte Immunfunktion

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